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(Plopp! 🗯️) Hallo aus der Zentrale des gepflegten Wahnsinns, auch bekannt als mein Leben Ende 40! Ich sitze hier, jongliere Beruf & Privat (wenn es das überhaupt noch gibt), korrigiere den Blutzucker (Typ 1, danke für nichts!), diskutiere mit meiner Schilddrüse (Hashimoto, du Nervensäge!) und bewundere meine Oberschenkel,die heute beschlossen haben, als kleine Wasserspeicher Karriere zu machen. Man kennt ja das Bild, das viele im Kopf haben, wenn sie „chronisch krank“ hören: blass, elend, im Bett liegend. Und dann schauen sie mich an. Und ich? Ich grinse innerlich und denke: „Tja, Überraschung! Das ist der Cortisol-Leuchteffekt!“ Mein Körper steht unter Dauerstress, und das gibt mir diesen gesunden, leicht fiebrigen Glow, den sich andere teuer erkaufen müssen. Wer braucht schon Botox, wenn er ein engagiertes Immunsystem hat? Ein echtes Schnäppchen!
Der Schein trügt: Topfit nach außen, Chaos nach innen
Willkommen in meiner Realität. Einer Realität, in der ich eine 60-Stunden-Woche als Selbstständige schruppe, geschäftlich nach Japan fliege (12 Stunden Flug, Zeitverschiebung, Insulin-Logistik, olé!), und mich zwischendurch noch aufs Mountainbike oder Rennrad schwinge, die Laufschuhe anziehen…. Von außen betrachtet: Eine Powerfrau, die ihr Leben rockt. Topfit, dynamisch, erfolgreich.
Aber der Schein trügt. Er trügt gewaltig. Während ich im Meeting über Strategien diskutiere, rast innerlich meine persönliche Blutzucker-Achterbahn. Mein Sensor am Arm (mein kleiner Cyborg-Kumpel) schlägt Alarm. BEEP. BEEP. BEEP. (Plopp! 🗯️ „Guten Morgen! Dein Blutzucker ist… na, rat mal? Ein Looping-Passagier!“) Danke, ich wollte sowieso nicht schlafen.
Niemand sieht das Insulin, das ich mir unauffällig unter dem Tisch injeziere. Niemand sieht die kalkulierende Mathematik in meinem Kopf, wenn ich mal wieder versuche, die Kohlenhydrate zu erraten. Niemand sieht die Müdigkeit, die mich überfällt, wenn der Zucker wieder einmal Achterbahn fährt. Niemand sieht die Angst vor der nächsten Unterzuckerung, oder der Überzuckerung Werte jenseits der 300 wenn ich alleine in einer fremden Stadt unterwegs bin.
Wenn der Ernst die Regie übernimmt: Die Last des Unsichtbaren
Und genau hier, an diesem Punkt, übernimmt der Ernst die Regie. Ja, ich lache darüber. Sarkasmus ist mein Schutzpanzer, mein Pokerface. Aber es gibt Situationen, Tage, da spielt der Ernst eine viel größere Rolle. Da ist der Kampf nicht mehr lustig. Da ist er nur noch… unsichtbar und verdammt schwer.
Mit Ende 40 zwickt es sowieso hier und da. Aber wenn dann noch Diabetes, Hashimoto und der ganze Rest dazukommen, dann fühlt sich mein Körper manchmal an wie eine Dauerbaustelle. „Was kommt als Nächstes?“, habe ich mich gefragt, halb wütend, halb resigniert.
Ich will mein altes Leben zurück, meine alte Unbeschwertheit. Ich will es so haben wir noch mit 40. Aber der Diabetes hinterlässt Spuren. Nicht nur auf meinem Seelenkonto, sondern auch ganz physisch. Das Thema Wassereinlagerungen ist ein ständiger, frustrierender Begleiter. Die Tage, an denen meine Ringe nicht mehr passen und meine Beine sich anfühlen wie Blei, sind Realität.
Und dann ist da noch etwas, das mich tief drinnen schmerzt und wütend macht. Ein Thema, das mir schrecklich peinlich ist. Ich schaue meine Oberschenkel an und sehe Dellen. Dellen, die nicht von normaler Cellulite kommen. Es sind die Spuren von Tausenden von Insulinspritzen über die Jahre. Verhärtungen, Lipohypertrophien – medizinische Begriffe für das, was sich für mich einfach nur kaputt und hässlich anfühlt. Es ist ein täglicher Kampf, eine Stelle zu finden, die nicht schon beansprucht ist. Ich fühle mich wie ein wandelndes Nadelkissen. In Momenten wie diesen bröckelt mein Schutzpanzer. Ich will das nicht! Das kann so nicht sein! Es ist schrecklich, und ja, es ist mir peinlich. Niemand sieht das, aber ich weiß, dass es da ist, und es nagt an mir.
Das Fazit: Respekt statt Mitleid
Ich bin nicht krank im klassischen Sinne. Ich liege nicht blass im Bett. Aber ich führe einen täglichen, unsichtbaren Kampf. Einen Kampf gegen meinen eigenen Körper, gegen die Tücken der Technologie, gegen die Unwissenheit der Welt, und gegen die Spuren, die diese Krankheit an mir hinterlässt.
Ich trage meine Cyborg-Technologie mit Stolz, ich spritze mein Insulin im Club-Klo, ich fliege nach Japan und ich rocke meine 60-Stunden-Woche. Nicht wegen meines Diabetes, sondern trotzdem.
Also, spart euch das Mitleid. Spart euch die skeptischen Blicke. Respekt wäre cooler. Respekt für die Kraft, jeden Tag aufzustehen und mein Ding zu machen. Respekt für den Mut, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Respekt für die Resilienz, immer wieder aufzustehen, auch wenn die Werte explodieren – und wenn ich mich innerlich schäme.
Ich bin Ende 40. Mein Körper ist nicht mehr makellos. Er ist gezeichnet. Aber er ist auch stark. Und mein Cortisol-Leuchteffekt? Der ist mein verdammtes Ehrenabzeichen.
I do it!
Und ihr? Welche unsichtbaren Kämpfe führt ihr in eurem Alltag? Wie geht ihr mit den physischen Spuren eurer chronischen Erkrankung um? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren!



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