Mein Körper, meine Regeln:
(Plopp! 🗯️) Mein Körper und ich – wir hatten schon immer eine „interessante“ Beziehung. Nicht die Sorte, bei der man Hand in Hand über Blumenwiesen tanzt. Eher die Sorte, bei der man sich gegenseitig mit kritischen Blicken mustert und fragt: „Was hast du jetzt schon wieder vor?“ Aber seitdem Diabetes Typ 1 bei uns eingezogen ist, ist es, als hätte mein Körper beschlossen, eine eigene Reality-Show zu starten: „Das Chaos-Labor: Mein Immunsystem im Angriff!“
Denn mal ehrlich, Typ-1-Diabetes ist bei mir nicht der erste Gast auf der Autoimmun-Party. Vor 25 Jahren hat sich schon Hashimoto (mit Unterfunktion und selbstzerstörerischer Schilddrüse) angemeldet, und vor 12 Jahren kam dann noch eine Fettstoffwechselstörung dazu. Ich bin quasi das VIP-Mitglied im Club der Autoimmunerkrankten. Und dann, als ich dachte, ich hätte das Spiel mit meinem Körper halbwegs im Griff, kam Diabetes und sagte: „Halt mein Insulin, ich hab da noch eine Idee!“
Der Verrat des eigenen Körpers: Mein Feind, mein Freund, mein ewiges Rätsel
Es gab Momente, da habe ich mich schlichtweg von meinem eigenen Körper verraten gefühlt. Als würde er einen hinterhältigen Plan schmieden, um mein Leben noch komplizierter zu machen. Erst die Schilddrüse, die beschließt, sich selbst zu zerlegen, dann der Stoffwechsel, der rebelliert, und jetzt das Pankreas, das einfach dichtmacht. Manchmal habe ich meinen Körper als Feind gesehen, als eine Baustelle, an der ständig neue Mängel auftauchen. „Was kommt als Nächstes?“, habe ich mich gefragt, halb wütend, halb resigniert.
Dieses Gefühl, keine Kontrolle über etwas so Grundlegendes wie die eigene Körperfunktion zu haben, ist zutiefst frustrierend. Es ist, als würde man ein Auto fahren, dessen Lenkrad manchmal plötzlich eine Eigenleben entwickelt.
Sichtbare Zeichen und unsichtbare Kämpfe: Mein Körper unter Beobachtung
Plötzlich ist mein Körper nicht mehr nur mein Tempel (oder meine Lieblings-Couch, je nach Tagesform), sondern auch eine Leinwand für die Spuren des Diabetes. Da sind die Narben von unzähligen Nadeln, die kleinen blauen Flecken, die zeigen, dass ich mal wieder zu ungeduldig war. Und dann ist da der Sensor am Arm – ein kleiner Puck, der signalisiert: „Hier wohnt Diabetes!“ Anfangs habe ich ihn versteckt, mich gefragt, was andere denken. Werde ich jetzt anders angesehen? Wie erkläre ich das beim Schwimmen oder im Sommerkleid?
Ich habe gemerkt, dass die Reaktion der Menschen oft viel weniger dramatisch ist, als ich dachte. Ein schneller Blick, manchmal eine neugierige Frage. Mittlerweile trage ich meinen Sensor wie eine Medaille. Er ist ein Teil von mir, ein Zeichen dafür, dass ich mich kümmere. Und wer damit ein Problem hat, nun, der kann ja wegschauen.
Vom „Ich will dich nicht!“ zum „Okay, wir kriegen das hin!“
Der Weg von der „Baustelle“ zur Akzeptanz ist lang und steinig. Es gab Phasen, da wollte ich nichts von meinem Körper wissen, ihn einfach ignorieren. Aber das geht nicht mit Diabetes. Er fordert deine Aufmerksamkeit, ständig.
Ich habe gelernt, meinem Körper wieder zuzuhören – nicht mit Wut, sondern mit einer Art widerwilligem Respekt. Er mag mich mit Autoimmunerkrankungen herausfordern, aber er trägt mich auch durch den Tag. Er kämpft. Und ich kämpfe mit ihm.
„Akzeptanz bedeutet nicht, aufzugeben, sondern zu verstehen, dass einige Dinge außerhalb unserer Kontrolle liegen.“ – Diesen Satz habe ich mir tätowieren lassen… naja, mental. Es geht nicht darum, den Diabetes zu lieben, aber darum, meinen Körper trotz Diabetes zu akzeptieren. Ihm zu verzeihen, dass er nicht perfekt ist, und anzuerkennen, was er jeden Tag leistet.
Ich mache bewusst Dinge, die mir guttun: Spaziergänge, gutes Essen (das ich berechnen kann!), genug Schlaf. Ich behandle meinen Körper wie einen wichtigen, wenn auch manchmal widerspenstigen, Partner. Es ist eine ständige Verhandlung, ein Tanz auf dem Zuckerrand. Aber es ist mein Tanz. Und ich bestimme die Regeln.
Mein Körper ist vielleicht ein bisschen chaotisch und hat ein Faible für Autoimmunerkrankungen. Aber er ist auch stark, widerstandsfähig und mein einziges Zuhause. Und diese Beziehung, mit all ihren Höhen und Tiefen, ihren Narben und Sensoren, ist die authentischste, die ich habe.
Wie geht es euch mit eurem Körpergefühl seit der Diagnose?
Habt ihr euch auch schon mal verraten gefühlt?
Und was sind eure Wege, um Frieden mit eurem diabetesgeplagten Körper zu schließen? Ich bin gespannt auf eure Perspektiven!



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