Technik-Schrott statt Lauf-Idylle
Eigentlich sollte es mein perfekter Weltfrauentag werden. Die Sonne strahlte, alle Erledigungen waren abgehakt, der Kopf war frei. Mit einem Startwert von 230 mg/dL -Blut gemessen-….schnürte ich die Laufschuhe – bereit, den hohen Zucker auf der Strecke am Main und durch die Obstplantagen einfach wegzulaufen. Doch was als Triumphzug gegen die Werte geplant war, endete in einer Mischung aus körperlichem Elend und purer, kochender Wut.
Kilometer 3,5: Das Schweigen der Sensoren
Mitten im Lauf passierte es: Dieses flaue, seltsame Gefühl kroch in mir hoch. Instinktiv griff ich nach meinem Handy in der Laufhose. Und da traf mich der Schlag: Signalverlust. Einfach weg. Keine Zahl, kein Trend, kein Anhaltspunkt. Und das Schlimmste, was mich jetzt noch fassungslos macht: Kein einziger Signalton! Dieses verdammte Ding verabschiedet sich in der kritischsten Phase klammheimlich in den Dienststreik. Ich hätte das Handy am liebsten direkt in den Main gepfeffert.
Wenn die Angst die Kontrolle übernimmt
Ich setzte mich auf eine Bank. Mein Körper signalisierte Alarmstufe Rot, während die Technik einfach schwieg. Fünf Minuten saß ich da, zitternd, wartend, bis dieses Teil sich endlich bequemte, wieder eine Zahl zu liefern: 74 mg/dL – Tendenz steil abwärts.
In diesem Moment kippte alles. Die Glucose war zwar sofort eingeworfen, aber die Quittung kam prompt: Mir wurde eiskalt, das Leben wich mir aus dem Gesicht. Ich fühlte mich einfach nur noch dreckig. Und als ob die Provokation perfekt sein sollte: Wieder Signalverlust. Wieder kein Ton. Absolute Funkstille, während mein Sohn neben mir mit ansehen musste, wie ich immer blasser wurde und förmlich in mich zusammensackte. Ses war sooo kalt…
Gerettet – aber bedient
Zum Glück funktioniert mein privates Rettungsnetz besser als jede App. Mein Mann kam sofort mit dem Auto angerauscht. Die fünf Minuten, bis die Glucose endlich anschlug und der Wert mühsam wieder die 80 mg/dL erreichte, fühlten sich an wie eine Ewigkeit in der Kälte.
Die Heimreise trat ich auf dem Beifahrersitz an. Der Lauf? Abgebrochen. Die Laune? Im Keller.
Mein Fazit: Vertrauen ist gut, Technik ist…
Ich bin geladen. Wir verlassen uns auf diese Geräte, zahlen ein Vermögen für die Sensoren und am Ende sitzt man blass und zitternd auf einer Parkbank, weil ein „High-Tech-Gerät“ es nicht für nötig hält, bei Signalverlust auch nur einen Pieps von sich zu geben.
Mein Weltfrauentag endet heute nicht mit einem Runner’s High, sondern mit der Erkenntnis: Die Technik ist ein Schönwetter-Freund. Wenn es hart auf hart kommt, zählen nur die Menschen, die dich im Auto einsammeln, wenn das System versagt.
Und ihr? Welche herausfordernden Momente habt ihr im Sport mit Diabetes erlebt? Erzählt mir eure Geschichten!


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